KI-Boom trifft auf Skepsis, Betrugsrisiken und wachsenden Prüfungsdruck

Autor: Provimedia GmbH

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Kategorie: KI-News

Zusammenfassung: KI sorgt für Investitionsboom und neue Risiken: Microsoft wächst, Meta investiert weiter, viele Beschäftigte sind unzufrieden, und KI-gestütztes Love-Scamming nimmt zu.

KI zwischen Investitionsboom, Ermüdung und neuen Betrugsrisiken

Microsoft profitiert von KI-Investitionen, Meta enttäuscht die Börse

Microsoft hat im letzten Quartal seines Geschäftsjahrs bis Juni einen Umsatz von 90 Milliarden Dollar erzielt und damit die Erwartungen von Analysten übertroffen. Nach Angaben von STERN.de erklärte Microsoft-Chef Satya Nadella, der KI-Assistent Copilot für Unternehmen habe mehr als 30 Millionen zahlende Nutzer. Dies zeige das „Vertrauen“ der Kunden.

Zusätzlich verbuchte Microsoft einen Gewinn von 3,2 Milliarden Dollar durch seine Beteiligung an dem KI-Entwickler Anthropic. Während Microsoft von seinen KI-Investitionen profitierte, enttäuschte der Instagram- und Facebook-Mutterkonzern Meta mit einem deutlichen Gewinnminus.

Metas Umsatz stieg zwischen April und Juni um 28 Prozent auf 60,8 Milliarden Dollar. Der Aktienkurs brach im nachbörslichen Handel um rund sieben Prozent ein. Trotzdem will Meta weiter massiv in Rechenzentren und Chips für KI investieren. Die Ausgaben sollen in diesem Jahr auf 130 bis 145 Milliarden Dollar steigen – fast doppelt so viel wie 2025.

Belastet wird Meta laut STERN.de auch durch Gerichtsstreitigkeiten. Im März verurteilte ein kalifornisches Gericht den Konzern zu einer Zahlung von sechs Millionen Dollar an eine 20-jährige Frau, die nach eigener Darstellung durch die Nutzung sozialer Medien süchtig wurde. Tausende ähnliche Klagen gegen Meta sind in den USA noch anhängig.

UnternehmenAngabe
MicrosoftUmsatz von 90 Milliarden Dollar
Microsoft CopilotMehr als 30 Millionen zahlende Nutzer
Microsoft und AnthropicGewinn von 3,2 Milliarden Dollar
MetaUmsatz von 60,8 Milliarden Dollar
MetaUmsatzanstieg um 28 Prozent
MetaGeplante Ausgaben von 130 bis 145 Milliarden Dollar

Zusammenfassung: Microsoft meldet starke KI-bezogene Geschäftszahlen, während Meta trotz eines Umsatzanstiegs von 28 Prozent mit einem deutlichen Gewinnminus und einem Kursrückgang konfrontiert ist. Meta hält dennoch an sehr hohen KI-Ausgaben fest.

Mark Zuckerberg gegen ein Verbot chinesischer KI-Modelle

Die FAZ berichtet in ihrem Business-Liveticker über Mark Zuckerbergs Haltung zu chinesischen KI-Modellen. Zuckerberg rechtfertigt demnach die gigantischen Investitionen in Künstliche Intelligenz und wendet sich gegen ein Verbot chinesischer KI-Modelle.

Der Bericht ordnet die Debatte in eine Reihe von Unternehmens- und Technologiethemen ein. Dazu gehören unter anderem die Entwicklung bei Microsoft, OpenAI und Meta sowie die Frage, wie Unternehmen mit den wachsenden Investitionen in KI umgehen.

Zusammenfassung: Mark Zuckerberg spricht sich laut FAZ gegen ein Verbot chinesischer KI-Modelle aus und verteidigt die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz.

Fast drei Viertel der Wissensarbeiter wünschen sich die Zeit vor ChatGPT zurück

Viele Wissensarbeiter empfinden den Einfluss Künstlicher Intelligenz auf ihre Arbeit als negativ. heise online berichtet, dass in Deutschland fast drei Viertel der Wissensarbeiter die Arbeitswelt vor ChatGPT zurückwünschen. 41 Prozent würden generative KI am liebsten komplett abschaffen.

Grundlage ist eine Umfrage des Technologieberatungsunternehmens Adaptavist. Befragt wurden insgesamt 2.500 Wissensarbeiter in mehreren Ländern, davon 500 in Deutschland. Als Grund für die Ablehnung nannten 45 Prozent, dass die Auseinandersetzung mit minderwertigen KI-Ergebnissen ihre Arbeit weniger sinnvoll und eher repetitiv erscheinen lasse.

37 Prozent erklärten, durch KI insgesamt weniger motiviert zu sein. Weitere 25 Prozent fühlten sich durch KI-Tools in ihrer Kreativität eingeschränkt.

Auch der zeitliche Aufwand fällt für viele Beschäftigte höher aus als erwartet. 39 Prozent der Wissensarbeiter in Deutschland investieren laut der Umfrage mehr Zeit in die Überprüfung und Korrektur von KI-Ergebnissen, als sie durch den Einsatz einsparen. 42 Prozent geben an, dass minderwertige KI-Ergebnisse ihre Projekte aktiv verlangsamen, und 49 Prozent sehen dadurch die Gesamteffizienz des Teams beeinträchtigt.

Gleichzeitig lehnen Wissensarbeiter KI nicht grundsätzlich ab. 67 Prozent wünschen sich sogar, dass ihr Unternehmen den KI-Einsatz ausweitet. Neal Riley, AI Innovation Lead bei The Adaptavist Group, sieht darin eine grundlegende Diskrepanz: Unternehmen konzentrierten sich leichter auf Nutzungskennzahlen – etwa darauf, wer KI wie oft nutzt – als auf die Auswirkungen der Technologie auf die Arbeit selbst.

Eine weitere Studie von OpenAI untersuchte mehr als 800.000 Nachrichten von Nutzern. Dabei zeigte sich laut heise online, dass sich die Aufgabenbereiche bestimmter Berufsgruppen verändern. Besonders Mitarbeiter in kleineren Unternehmen übernehmen demnach zunehmend Tätigkeiten, die eigentlich nicht zu ihrem Berufsfeld gehören. Dies zeigt sich häufig im Kundenservice und bei Designern, aber auch in HR, Marketing und Recht.

ErgebnisAnteil
Wissensarbeiter in Deutschland, die sich die Zeit vor ChatGPT zurückwünschenFast drei Viertel
Wissensarbeiter, die generative KI komplett abschaffen würden41 Prozent
Wissensarbeiter, die minderwertige KI-Ergebnisse als sinnmindernd und repetitiv empfinden45 Prozent
Wissensarbeiter mit geringerer Motivation37 Prozent
Wissensarbeiter mit eingeschränkter Kreativität25 Prozent
Wissensarbeiter mit höherem Prüf- und Korrekturaufwand39 Prozent
Wissensarbeiter mit verlangsamten Projekten42 Prozent
Wissensarbeiter mit beeinträchtigter Teameffizienz49 Prozent
Wissensarbeiter, die einen ausgeweiteten KI-Einsatz wünschen67 Prozent

Zusammenfassung: KI soll die Produktivität erhöhen, führt laut der von heise online dargestellten Umfrage aber häufig zu zusätzlicher Prüf- und Korrekturarbeit. Gleichzeitig wünschen sich 67 Prozent einen größeren KI-Einsatz – die Technologie wird also nicht pauschal abgelehnt.

Freiburgerin chattet mit KI und wird beinahe Opfer von Love-Scamming

Eine Freiburgerin Anfang 60 lernte online einen Mann kennen und schrieb zehn Wochen lang täglich mit ihm. Der Fall wird von SWR als Beispiel für Love-Scamming geschildert, also für digitalen Liebesbetrug, bei dem Täter online Gefühle vortäuschen und ihre Opfer finanziell ausnehmen wollen.

Die Frau, die im Bericht Katharina genannt wird und anonym bleiben möchte, erhielt Nachrichten von einem Mann, der vorgab, aus Schweden zu kommen. Er habe berichtet, seine Frau sei untreu gewesen, weshalb er nach Basel gezogen sei. Außerdem habe er von einer Geschäftsreise und einem Projekt mit Solarpaneels erzählt, die er in die Türkei verkaufe.

Mit der Zeit wurde der Kontakt intensiver. Der Mann schrieb „meine Liebste“, träumte von gemeinsamen Reisen und sprach über gemeinsame Erlebnisse. Nach Angaben der Frau sei der Kontakt nie auf sexueller Ebene gewesen und sie habe sich zu nichts gezwungen gefühlt.

Später bat der Mann um 3.000 Euro. Mit dem Geld wolle er Material für sein Projekt beim Zoll auslösen. Die Frau erkannte den Betrugsversuch, überwies nichts und beendete den Kontakt. Sie beschreibt, dass der Mann sie „ausgenutzt – an einer sehr sensiblen Stelle getroffen“ habe.

Nach dem Vorfall ging sie zur Polizei. Der Täter wurde bis heute nicht geschnappt, die Ermittlungen wurden eingestellt. Michael Graß, Leiter der Kriminalinspektion Wirtschaftskriminalität in Freiburg, erklärt laut SWR, die Täterschaft agiere „hochprofessionell“ und die Verschleierungstaktiken seien „enorm hoch“.

Besonders erschreckend war für die Betroffene, dass sie die ganze Zeit mit einer Künstlichen Intelligenz kommuniziert hatte. Beim späteren Lesen des Chats habe sie kaum glauben können, dass eine KI so emotional wirken und sogar Streitgespräche führen könne.

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg berichtet laut SWR von einem stetigen Anstieg der Fälle. Allein im vergangenen Jahr habe es in Baden-Württemberg Fälle nahe dem vierstelligen Bereich gegeben. Die Schadenssumme liege bei circa 14 Millionen Euro.

Der Weisse Ring nennt für Baden-Württemberg im Jahr 2024 rund 18 Millionen Euro Schaden durch Love-Scamming. Diese Angabe beruhe auf einer Umfrage bei allen 16 Landeskriminalämtern. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen, weil nicht alle Opfer Anzeige erstatten.

Der Weisse Ring warnt zudem vor einer Verschärfung durch KI. Sie ermögliche es Tätern, unzählige Konversationen gleichzeitig zu führen.

AngabeWert
Dauer des KontaktsZehn Wochen
Geforderter Betrag3.000 Euro
Fälle in Baden-Württemberg im vergangenen JahrNahe dem vierstelligen Bereich
Schadenssumme laut Landeskriminalamt Baden-WürttembergCirca 14 Millionen Euro
Schaden laut Weisser Ring im Jahr 2024Rund 18 Millionen Euro
Umfrage des Weissen RingsAlle 16 Landeskriminalämter

Zusammenfassung: Ein Freiburger Love-Scamming-Opfer überwies kein Geld, nachdem eine Online-Bekanntschaft 3.000 Euro verlangt hatte. Der Fall zeigt laut SWR, wie KI emotionale Gespräche simulieren und Betrügern ermöglichen kann, zahlreiche Kontakte gleichzeitig zu führen.

Radio Bremen fragt nach dem Umgang mit Künstlicher Intelligenz

buten un binnen lädt im Rahmen des Radio-Bremen-Meinungsmelders zu einer Befragung über Künstliche Intelligenz ein. Im Mittelpunkt stehen Fragen dazu, ob Menschen Chatbots, Übersetzer und andere KI-Anwendungen im Alltag oder im Beruf nutzen oder ihnen eher mit Bedenken begegnen.

Die Ergebnisse der Meinungsmelder-Befragungen werden nach Angaben von buten un binnen in den Radioprogrammen, im Fernsehen und auf der Internetseite von Radio Bremen präsentiert. Teilnehmen können Menschen aus Bremen, Bremerhaven und der Region.

Zusammenfassung: Radio Bremen sammelt mit dem Meinungsmelder Eindrücke zur Nutzung und Bewertung von KI im Alltag und im Berufsleben. Die Befragung richtet sich an Menschen aus Bremen, Bremerhaven und der Region.

KI verschärft den Prüfungsdruck an Schulen und Hochschulen

Künstliche Intelligenz stellt Lehrkräfte vor die Frage, ob eine Klausur tatsächlich von Schülerinnen und Schülern stammt oder von einem Chatbot erstellt wurde. News4teachers berichtet, dass Lehrkräfte deshalb zunehmend Indizien sammeln müssten, obwohl ein bloßer Verdacht nicht ausreiche, um einen Täuschungsversuch nachzuweisen.

Der Lehrer Kai Kämmerer von der Goetheschule Hannover bemerkte bei einer Abiturarbeit im Fach Englisch eine deutliche Abweichung von den bisherigen Leistungen. Die sprachliche Differenz sei weit über das hinausgegangen, was er in 25 Jahren Diensterfahrung gesehen habe. Er verglich Formulierungen mit Antworten verschiedener KI-Systeme und analysierte sprachliche Muster.

Nach einer nicht repräsentativen Umfrage des NDR berichteten knapp 70 Prozent der teilnehmenden Schulleiterinnen und Schulleiter, dass es an ihrer Schule bereits Verdachtsfälle von KI-gestütztem Betrug gegeben habe. Eine Schülerin erklärte gegenüber dem NDR, der Einsatz von KI bei gewöhnlichen Klassenarbeiten sei inzwischen „Gang und Gäbe“.

Das rechtliche Problem besteht laut News4teachers darin, dass KI-generierte Antworten keine eindeutig identifizierbare Quelle haben. Jeder erzeugte Text sei ein Unikat, während Lehrkräfte die Beweislast trügen.

Im Fall der verdächtigen Abiturarbeit bewertete Kämmerer die Leistung zunächst mit null Punkten. Die betroffene Person legte Widerspruch ein und hatte Erfolg. Weil der KI-Einsatz rechtlich nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, erkannte die zuständige Schulbehörde den Täuschungsversuch nicht an. Stattdessen musste eine mündliche Nachprüfung angeboten werden.

Das Regionale Landesamt für Schule und Bildung bestätigte, dass technische Verfahren zum zweifelsfreien Nachweis des KI-Einsatzes bislang nicht existierten. Hinweise könnten im Einzelfall Zeugenaussagen oder aufgefundene Dateien auf benutzten Geräten liefern. Gleichzeitig werben Anbieter im Internet mit Mini-Kameras und kaum sichtbaren Kopfhörern für Prüfungssituationen; entsprechende Anleitungen kursieren in sozialen Netzwerken.

„Wir können auch nicht in eine Situation reinkommen, wo wir Schülerinnen und Schülern hinterher spionieren.“

Während Schulen häufig nur auf Verdachtsmomente reagieren können, testen Hochschulen neue Prüfungsformen. Der US-Historiker Jason Gibson von der Alcorn State University in Mississippi versteckte in einer digitalen Zwischenprüfung unsichtbaren weißen Text. Dieser wies KI-Systeme an, in den Antworten über Madagaskar abzuschweifen.

Das Verfahren wird „Prompt Injection“ genannt. Wer die Aufgabenstellung einfach in einen Chatbot kopierte, erhielt die geforderten unsinnigen Passagen in seiner Ausarbeitung. Nach eigenen Angaben entlarvte Gibson auf diese Weise 32 von 35 Studierenden, die ihre Antworten von einer KI erstellen ließen, ohne zu prüfen, ob der Text Sinn ergab.

Gibson betonte, dass es ihm nicht darum gegangen sei, Studierende bloßzustellen. Hochschulen hätten bislang keine bewährten Verfahren für den Umgang mit KI im akademischen Bereich. Die Studierenden konnten ihre Bewertung anfechten, allerdings machten nur zwei davon Gebrauch.

Die University of Chicago Law School verzichtet bei Erstsemestern inzwischen auf Laptops im Hörsaal. Wichtige schriftliche Arbeiten sollen künftig häufiger mündlich verteidigt werden. Entscheidend ist damit nicht nur das fertige Produkt, sondern zunehmend auch, ob Schülerinnen und Schüler oder Studierende ihren Denk- und Arbeitsprozess nachvollziehbar erklären können.

„Wir bräuchten Aufgaben, die viel, viel enger zugeschnitten sind auf das, was im Klassenraum passiert ist.“

Das niedersächsische Kultusministerium arbeitet nach eigenen Angaben an entsprechenden Prüfungsformaten. KI könne als Hilfsmittel eingesetzt werden, wenn Schülerinnen und Schüler den Entstehungsprozess ihrer Arbeiten offenlegen, den Einsatz von KI transparent machen und ihre Entscheidungen kritisch reflektieren.

AngabeWert
Berufserfahrung von Kai Kämmerer25 Jahre
Schulleitungen mit Verdachtsfällen laut nicht repräsentativer NDR-UmfrageKnapp 70 Prozent
Durch Prompt Injection entlarvte Studierende32 von 35
Studierende, die ihre Bewertung anfochten2

Zusammenfassung: Schulen und Hochschulen suchen nach Prüfungsformen, die trotz KI eine eigenständige Leistung erkennbar machen. Laut News4teachers gibt es bislang keinen technischen Nachweis, der den KI-Einsatz zweifelsfrei belegen kann; deshalb gewinnen nachvollziehbare Arbeitsprozesse, transparente KI-Nutzung und mündliche Verteidigungen an Bedeutung.

Quellen: