KI treibt Amazon, verändert LinkedIn und stärkt das Handwerk – die News im Überblick

Autor: Provimedia GmbH

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Kategorie: KI-News

Zusammenfassung: Amazon übertrifft dank starkem AWS- und KI-Geschäft die Erwartungen; zugleich gehen LinkedIn gegen KI-Slop und Soofi an den Start.

Amazon übertrifft Erwartungen – Cloud-Geschäft und KI treiben die Entwicklung

Amazon hat laut Handelsblatt im vergangenen Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Die Aktie stieg in einer ersten Reaktion im nachbörslichen US-Handel um mehr als sieben Prozent.

Besonders im Fokus stand die Cloud-Sparte AWS. Deren Umsatz erhöhte sich im Jahresvergleich um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von rund 40,5 Milliarden Dollar gerechnet.

Insgesamt kletterten die Erlöse des Handels- und Technologiekonzerns im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 200,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn stieg von 18,1 Milliarden Dollar im Vorjahr auf knapp 62,65 Milliarden Dollar. Darin enthalten waren zusätzliche Buchgewinne, unter anderem durch die Neubewertung der Beteiligung an der KI-Firma Anthropic. Diese beliefen sich vor Steuern auf 53,4 Milliarden Dollar.

Amazon investiert ebenso wie Google, Microsoft und der Facebook-Konzern Meta Dutzende Milliarden Dollar in den Ausbau von Infrastruktur für Künstliche Intelligenz.

KennzahlWert
AWS-Umsatzwachstum im Jahresvergleich37 Prozent
AWS-Umsatz42,2 Milliarden Dollar
Analystenprognose für AWSrund 40,5 Milliarden Dollar
Gesamterlöse200,6 Milliarden Dollar
Gewinn im Vorjahr18,1 Milliarden Dollar
Gewinnknapp 62,65 Milliarden Dollar
Buchgewinne vor Steuern53,4 Milliarden Dollar

Infobox – Handelsblatt: Amazon übertraf die Erwartungen vor allem mit AWS. Der Konzern baut zugleich seine Infrastruktur für Künstliche Intelligenz mit Dutzenden Milliarden Dollar aus.

LinkedIn führt Meldung von Beiträgen als „KI-Slop“ ein

LinkedIn ermöglicht es seinen Nutzern laut heise online ab sofort, Beiträge als „KI-Slop“ zu melden. Ein Klick auf die drei Punkte rechts oben öffnet das entsprechende Menü.

LinkedIns Chief Product Officer Hari Srinivasan bezeichnete „KI-Slop“ als eine Toppriorität. Die Plattform habe in den vergangenen Monaten Milliarden automatisierter Vorgänge mit KI-Slop oder vielen Posts auf einmal abgewehrt. Täglich würden hunderttausende automatisierte Kommentare entfernt.

„Leute kommen zu Linkedin, um mit echten Menschen in Verbindung zu treten.“

Eine genaue Definition von „KI-Slop“ liefert Srinivasan laut dem Bericht nicht. Er erklärte, Slop sei schwierig zu definieren und die Definition verändere sich. Dadurch könnten die Modelle angepasst und bessere Feeds erstellt werden.

Parallel entfernt LinkedIn die Funktion, mit der Nutzer ihre Beiträge mittels KI „verbessern“ lassen konnten. An ihre Stelle tritt wieder eine simple Rechtschreibkorrektur. Neue KI-Modelle sollen KI-Slop und anderen „low-quality content“ besser erkennen und aussortieren.

LinkedIn möchte außerdem bei mehr Profilen und Seiten die Identität dahinter verifizieren. Nutzer sollen einzelne Firmenseiten blockieren können, damit deren Beiträge nicht mehr angezeigt werden. Laut einer Studie ist LinkedIn das soziale Netzwerk mit dem höchsten Anteil KI-generierter Texte.

LinkedIn gehört zum Microsoft-Konzern und zählt nach dessen Angaben mehr als eine Milliarde Nutzer. Der Jahresumsatz stieg im Ende Juni abgelaufenen Finanzjahr 2026 um elf Prozent auf 19,8 Milliarden US-Dollar.

„Wachstum wird von unserer Fähigkeit abhängen, die Aktivität der Linkedin-Mitglieder auf der Plattform zu steigern, sowie unserer Fähigkeit, weiterhin Einsichten und KI-gestützte Dienste anzubieten, die für unsere Mitglieder und Kunden von Wert sind.“

Infobox – heise online: LinkedIn setzt auf Nutzer-Meldungen, neue Erkennungsmodelle und Identitätsprüfungen gegen KI-Slop. Gleichzeitig wird die KI-Funktion zur Textverbesserung durch eine simple Rechtschreibkorrektur ersetzt.

Deutscher KI-Chatbot Soofi soll in einigen Wochen starten

Der deutsche KI-Chatbot Soofi soll laut Deutschlandfunk in einigen Wochen online gehen. Das teilte das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken dem Saarländischen Rundfunk mit.

Der KI-Assistent wird von insgesamt zwölf Partnern entwickelt. Sie programmieren und trainieren das System seit rund fünf Monaten.

Der Titel des Berichts stellt den deutschen Anspruch in einen größeren Wettbewerb: Das „Rennen um KI“ sei längst noch nicht entschieden. Der geplante Start von Soofi markiert damit den Versuch, einen deutschen KI-Assistenten in diesem internationalen Umfeld zu etablieren.

Infobox – Deutschlandfunk: Soofi soll in einigen Wochen online gehen. An der Entwicklung des deutschen KI-Assistenten sind insgesamt zwölf Partner beteiligt, die seit rund fünf Monaten programmieren und trainieren.

WELT berichtet über den Absturz eines deutschen KI-Fonds

Die WELT berichtet über Leopold Aschenbrenner, der an der Wall Street als der hellste Kopf im KI-Handel galt. Sein Fonds wuchs demnach binnen zwei Jahren von 200 Millionen auf mehr als 20 Milliarden Dollar.

In wenigen Wochen verlor der Fonds laut WELT Milliarden. Anschließend musste er den Großteil seines Aktienportfolios liquidieren und bewegte damit auch zum Schluss noch die Märkte.

AngabeWert
Fonds zu Beginn200 Millionen Dollar
Fonds nach zwei Jahrenmehr als 20 Milliarden Dollar

Infobox – WELT: Der Fonds stieg binnen zwei Jahren von 200 Millionen auf mehr als 20 Milliarden Dollar. Danach verlor er in wenigen Wochen Milliarden und musste den Großteil seines Aktienportfolios liquidieren.

KI-Satire und schwindendes Medienvertrauen im arabischen Raum

Die taz beschreibt, wie Künstliche Intelligenz Satire im arabischen Raum ermöglicht und zugleich neue Risiken für den Journalismus schafft. Eine Autorin erstellte mithilfe eines KI-generierten Videos und einer synthetischen Stimme eine satirische Version einer historischen Aufnahme aus dem Jahr 1975.

In der ursprünglichen Aufnahme sagte der ehemalige syrische Präsident Hafis al-Assad zu syrischen Studierenden: „Ich will die Golanhöhen und den Sinai – vollständig.“ In der neu erstellten Version wurde der aktuelle syrische Präsident Ahmed al-Scharaa dargestellt, der sagt: „Ich will Qamischli und Hasaka – vollständig.“

Für die Produktion wurde die gesamte Szene mithilfe von KI von Grund auf neu konstruiert. Gesten, Kopfbewegungen und Pausen wurden Bild für Bild verglichen und angepasst. Die Satire zielte laut taz auf den wiederkehrenden politischen Anspruch aus Damaskus, Landesteile „vollständig“ zu besitzen.

Die Autorin betont, dass KI zwar Stimmen erzeugen, Gesichter animieren und Bildsequenzen zusammensetzen könne. Sie erkenne jedoch nicht, warum ein Inhalt von Bedeutung sei, welche Pause eine Pointe wirksam mache oder welche Schlagzeile im jeweiligen Kontext passe.

Ein Bericht des Tow Center for Digital Journalism bestätigt laut taz, dass KI in Redaktionen eher für „alltägliche“ Routineaufgaben verwendet wird. In vielen Fällen habe sie sich nicht als die erhoffte schnelle Lösung für Journalistinnen und Journalisten erwiesen. Wie nützlich KI sei, hänge von der jeweiligen Aufgabe, dem Kontext und den Fähigkeiten der Menschen ab, die sie einsetzen.

Die taz berichtet außerdem von einem satirischen Mitschnitt eines geleakten Telefonats, in dem Mahmoud Abbas angeblich mit einem Schleuser über eine Reise in die USA spricht. Die KI wurde dabei erst im letzten Schritt eingesetzt, um eine aufgenommene Stimme in die Stimme von Abbas zu verwandeln, da das Werkzeug dessen charakteristischen Akzent nicht überzeugend nachbilden konnte.

Die Autorin warnt, dass Werkzeuge für Satire ebenso zur Erstellung von Fake News verwendet werden können. Auch eindeutig gekennzeichnete Satire könne aus dem Kontext gerissen und als vermeintlich echte Enthüllung verbreitet werden.

Als notwendige Leitplanken nennt der Beitrag klare Standards, menschliche Kontrolle und die Bereitschaft, Verzerrungen zu erkennen, zu korrigieren oder transparent zu machen.

Das Vertrauen in Medien ist laut taz im arabischen Raum gering. In Jordanien halten 42 Prozent der Bevölkerung die Medien ihres eigenen Landes für glaubwürdig, im Libanon sind es 39 Prozent. Dieses Misstrauen sei über Jahrzehnte durch staatliche Kontrolle, Zensur und Selbstzensur entstanden; KI habe es nicht geschaffen, treffe aber auf eine entsprechend skeptische Öffentlichkeit.

LandAnteil der Bevölkerung, die die eigenen Medien für glaubwürdig hält
Jordanien42 Prozent
Libanon39 Prozent

Infobox – taz.de: KI kann audiovisuelle Inhalte überzeugend erzeugen, ersetzt laut dem Beitrag aber weder historisches Kontextwissen noch journalistisches Urteilsvermögen. In Jordanien halten 42 Prozent und im Libanon 39 Prozent der Bevölkerung die Medien ihres eigenen Landes für glaubwürdig.

Aus Sorge vor KI entscheiden sich mehr junge Menschen für das Handwerk

Der rbb berichtet von mehr Ausbildungsverträgen im Handwerk in Ostbrandenburg. Während Künstliche Intelligenz immer mehr Tätigkeiten übernimmt, bleiben praktische Arbeiten im Handwerk bislang noch in menschlicher Hand.

Handwerkspräsident Jörg Dittrich beobachtet laut rbb eine zunehmend positive Entwicklung bei der Zahl neuer Ausbildungsverträge. Junge Menschen würden erkennen, dass das Handwerk ein sicherer Job sei. Einen Zusammenhang zwischen der Sorge vor Rationalisierung durch KI und der Entscheidung für eine Ausbildung belegt die Handwerkskammer jedoch nicht mit Zahlen.

Auch die IHK Potsdam beobachtet laut ihrem Hauptgeschäftsführer Christian Herzog eine ähnliche Entwicklung. Die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) bestätigt den Trend und sieht die Zukunft des Handwerks trotz der wachsenden Bedeutung von KI in anderen Berufsfeldern nicht in Gefahr.

„Eine KI kann zwar eine Planung gut machen, aber sie wird niemals das Dach montieren oder eine Wärmepume einbauen.“

In Ostbrandenburg konnten den Angaben zufolge in diesem Jahr mehr Ausbildungsplätze besetzt werden. Bis Ende Juni entschieden sich 454 Menschen für eine Ausbildung im Handwerk – 25 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Corbinian Fuchs beginnt noch in diesem Jahr eine Ausbildung in einem Elektroinstallationsbetrieb in Briesen. Der 19-Jährige brach dafür sein duales Studium im Bereich Finanzen ab.

„Warum soll ich etwas lernen, das in fünf Jahren die Maschine alleine übernehmen kann? Dann mache ich doch lieber etwas anderes.“

Auch Leon Briegert verweist auf die zunehmende Ersetzung von Aufgaben durch KI. Er will nach seiner Ausbildung weiter in dem Betrieb arbeiten.

Der Experte Bastian Prell von der Technischen Hochschule Wildau bestätigt, dass KI im Handwerk bisher kaum eine Rolle spielt. Zugleich warnt er, dass die Entwicklung nicht vor dem Handwerk haltmachen werde und sich Unternehmen sowie potenzielle Auszubildende damit befassen müssten, dass KI auch dort immer mehr zum Alltag gehören werde.

Als Beispiel nennt Prell, dass China vor Kurzem eine 160-Kilometer lange Autobahn völlig autonom gefertigt habe. Eine vergleichbare Entwicklung werde es sicherlich auch hier geben.

KennzahlWert
Menschen mit Entscheidung für eine Handwerksausbildung bis Ende Juni454
Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum25 mehr
Alter von Corbinian Fuchs19 Jahre
Länge der autonom gefertigten Autobahn in China160-Kilometer

Infobox – rbb24.de: Bis Ende Juni entschieden sich in Ostbrandenburg 454 Menschen für eine Ausbildung im Handwerk, 25 mehr als im Vorjahreszeitraum. Die praktische Arbeit gilt bislang als weniger direkt durch KI ersetzbar, zugleich erwartet ein Experte eine zunehmende Bedeutung von KI auch im Handwerk.

Quellen: