KI-Boom: Milliardenschwere Finanzierung trifft auf wachsende Risiken
Autor: Provimedia GmbH
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Kategorie: KI-News
Zusammenfassung: KI prägt Finanzierung, Film, Urheberrecht und Musik, sorgt aber zugleich für wachsende Risiken, Regulierungskonflikte und Kennzeichnungsdebatten.
KI-Finanzierung erreicht neue Dimensionen
Die grossen Technologiekonzerne finanzieren den Ausbau ihrer Künstlichen Intelligenz zunehmend über Anleihen. Wie Watson berichtet, haben Alphabet, Amazon, Meta, Oracle, Nvidia und SpaceX in diesem Jahr insgesamt Anleihen in Höhe von schätzungsweise 270 Milliarden US-Dollar herausgegeben. Das ist mehr als doppelt so viel wie im gesamten vergangenen Jahr.
Den Auftakt machten im Februar Alphabet mit 32 Milliarden US-Dollar und Oracle mit 25 Milliarden US-Dollar. Im April folgte Meta mit 25 Milliarden, im Juni Nvidia mit 25 Milliarden sowie SpaceX ebenfalls mit 25 Milliarden US-Dollar. Im Juli gab auch Amazon Anleihen in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar aus.
Hinter dem wachsenden Finanzierungsbedarf stehen Investitionen in riesige Rechenzentren. Ein einzelnes Rechenzentrum kann die Unternehmen bis zu 50 Milliarden US-Dollar kosten. Der Free Cash Flow der grossen Tech-Unternehmen sinkt laut Financial Times auf das tiefste Level in über zehn Jahren; Oracle befindet sich dem Bericht zufolge bereits tief im negativen Bereich.
Analysten von JPMorgan Chase & Co. und Goldman Sachs schätzen, dass sich die Ausgaben für Künstliche Intelligenz bis 2030 auf fast 6 Billionen US-Dollar belaufen werden. Ein Grossteil dieser Investitionen soll durch Fremdkapital finanziert werden.
Die zunehmende Ausgabe von KI-Anleihen führt laut Watson zu einer Marktsättigung. Die Zinsen auf solche Anleihen sind zuletzt gestiegen, während die Preise gesunken sind. KI-Anleihen gelten inzwischen als riskanter als andere Investment-Grade-Anleihen und gehören laut Bloomberg in jedem Markt, in dem sie emittiert wurden, zu den Titeln mit der schlechtesten Wertentwicklung.
Als weitere Risiken nennt der Bericht die notwendige Stromversorgung der Datenzentren, eine möglicherweise schnellere technische Überalterung von Chips sowie die komplexen finanziellen Verflechtungen zwischen Technologieunternehmen, Banken und Investoren. Rechenzentren werden teilweise über ausserbilanzielle Zweckgesellschaften, Leasingverträge und mehrschichtige Fremdfinanzierungen errichtet.
Als Beispiel führt Watson die geplante Hyperion-Anlage von Meta in Louisiana an. Sie ist in einer Zweckgesellschaft namens „Beignet Investor“ untergebracht und wird von Blue Owl Capital finanziert. Die Anlage soll zunächst für vier Jahre an Meta vermietet werden; eine Verlängerung auf bis zu 20 Jahre ist möglich. Meta garantiert eine Entschädigung von bis zu 28 Mrd. US-Dollar, falls der Wert der Immobilie sinken sollte.
Die Auswirkungen betreffen laut Morningstar auch Europa und die Schweiz. Hyperscaler suchen demnach langfristige Investoren wie Versicherungsgesellschaften, Pensionsfonds, Anleihemanager und institutionelle Anleger aus Europa und der Schweiz. Dadurch kann ein Teil der Pensions- und Versicherungsersparnisse in die Finanzierung der US-amerikanischen Cloud- und KI-Infrastruktur fliessen.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt vor grossen finanziellen Turbulenzen, falls die Produktivitätsgewinne die massiven Investitionen nicht rechtfertigen. Die BIZ sieht im KI-Investitionsboom Merkmale früherer technologiegetriebener Boom- und Bust-Zyklen und hält wegen des Ausmasses und Tempos gravierendere Folgen für möglich.
„Die Wall Street sendet gerade eine Botschaft an die Tech-Unternehmen, die sich in einem historischen Kreditaufnahme-Rausch befinden [...]: Um Himmels willen, bitte macht mal langsam!“
Zusammenfassung: Die sechs grössten Hyperscaler haben in diesem Jahr schätzungsweise 270 Milliarden US-Dollar über Anleihen aufgenommen. Sinkende Anleihepreise, komplexe Finanzierungsmodelle und die zeitliche Lücke zwischen Investitionen und möglichen Gewinnen erhöhen laut den genannten Quellen die Risiken.
Weltkonferenz für Künstliche Intelligenz in Shanghai
In Shanghai findet eine Weltkonferenz für Künstliche Intelligenz statt. Das berichtet tagesschau.de in einem Beitrag der „tagesschau 20 Uhr“.
Der Beitrag ordnet die Veranstaltung den Themen KI und Konferenz zu. Weitere inhaltliche Angaben zur Konferenz enthält der vorliegende Quelltext nicht.
Zusammenfassung: Die Weltkonferenz für Künstliche Intelligenz in Shanghai steht im Mittelpunkt des Beitrags von tagesschau.de.
KI soll die Filmproduktion verändern
Die 25-jährige Cecilia Shen will mit ihrer KI-Produktionsfirma Utopai Studios die Filmindustrie revolutionieren. Wie DIE ZEIT berichtet, soll das Leben des spanischen Gouverneurs Hernán Cortez im kommenden Jahr als zweiteiliger Film unter dem Titel „Cortés“ veröffentlicht werden.
Die Geschichte galt lange als unverfilmbar. Zu den Herausforderungen zählen die Nachbildung der Aztekenstadt Tenochtitlán, die Zeremonie mit dem Aztekenkönig Moctezuma, aufwendige Kostüme, das Setdesign und umfangreiche Filmeffekte.
Ein Drehbuch des US-Autors Nick Kazan liegt bereits vor. Die Produktion war den Studios bisher jedoch zu teuer. Utopai Studios will das Epos nun mithilfe Künstlicher Intelligenz realisieren.
Im Film sollen weiterhin echte Schauspieler mitwirken. Grosse Teile des Films werden laut DIE ZEIT allerdings nicht auf herkömmliche Weise gedreht, sondern mithilfe von Künstlicher Intelligenz am Bildschirm generiert.
Shen wird als erste KI-Film-Mogulin gehandelt. Sie sieht in der Technologie eine Möglichkeit, die Filmproduktion zu demokratisieren und neuen kreativen Freiraum zu schaffen. Gleichzeitig experimentieren immer mehr Unternehmen, darunter auch deutsche Start-ups, mit KI in der Filmproduktion.
Die Entwicklung stösst in der Branche auf unterschiedliche Reaktionen. Während einige Filmschaffende und Regisseure Bedenken äussern, erzielen Utopai und Mitbewerber laut der Quelle Milliardenbewertungen.
Zusammenfassung: Utopai Studios will mit KI grosse Teile des zweiteiligen Films „Cortés“ erzeugen. Das Projekt steht für eine mögliche Umwälzung der Filmproduktion, wirft aber zugleich Fragen über die Rolle menschlicher Filmschaffender auf.
Weimer fordert durchsetzbare Urheberrechte bei KI
Kulturstaatsminister Weimer fordert eine stärkere rechtliche Handhabe bei KI-generierten Bildern und Musik. Nach Angaben von Deutschlandfunk Kultur sagte der parteilose Politiker der Katholischen Nachrichten-Agentur, Urheberrechte müssten auch bei Künstlicher Intelligenz rechtlich einforderbar sein und bezahlt werden.
Die Forderung betrifft die Debatte darüber, wie Werke von Künstlerinnen und Künstlern geschützt werden können, wenn sie in KI-Systeme einfliessen oder wenn KI daraus neue Inhalte erzeugt. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob Rechte nicht nur bestehen, sondern auch wirksam durchgesetzt werden können.
Zusammenfassung: Weimer verlangt, dass Urheberrechte auch im Zusammenhang mit KI rechtlich durchsetzbar bleiben und vergütet werden.
Kennzeichnung von KI-Songs sorgt für Streit
Die Musikindustrie will KI-generierte und KI-unterstützte Songs künftig mit zwei Logos kennzeichnen. Wie MDR.de berichtet, soll ein Logo für „KI-generierte“ und ein weiteres für „KI-unterstützte“ Musik stehen.
Hintergrund ist, dass Künstliche Intelligenz inzwischen komponiert, textet und singt. Für Hörerinnen und Hörer sei oft kaum noch erkennbar, ob Musik von Menschen oder Maschinen stammt. Als Beispiel nennt der MDR einen Rockschlager über den Buckelwal Timmy, der komplett mit Künstlicher Intelligenz erstellt wurde.
Steffen Holly vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie hält die geplante Kennzeichnung für wenig hilfreich.
„Ehrlich gesagt: absolut nutzlos.“
Holly kritisiert, dass im Musikproduktionsprozess bereits zahlreiche technische Verfahren eingesetzt werden. Wenn jemand tausende Klänge durchsuchen müsse und stattdessen eine KI nutze, um einen Klang zu beschreiben und eine Vorauswahl zu erhalten, stelle sich die Frage, ob dies bereits als KI und damit als kennzeichnungspflichtig gelte.
Auch das Kopieren von Gitarrensounds sei seit Jahren üblich. Holly zufolge müssten theoretisch alle vergangenen Stücke erneut untersucht werden, wenn jede Form technischer Unterstützung eine Kennzeichnung auslösen würde.
Der Experte verweist zudem auf den AI Act der Europäischen Union. Dieser enthält eine Transparenzpflicht und schreibt vor, dass künstlich erzeugte oder bearbeitete Inhalte als solche gekennzeichnet werden müssen. Wer betrügen wolle, könne dies jedoch ohnehin tun. Holly prognostiziert, dass bereits in einem Jahr nicht mehr erkennbar sein werde, ob ein Song mit Künstlicher Intelligenz erstellt wurde oder nicht.
Jörn Arnecke vom Zentrum für Musiktheorie an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar bewertet ein einheitliches Logo als ersten Schritt, um Hörerinnen und Hörern Orientierung zu geben. Zugleich warnt er davor, dass KI statistische Durchschnittswerte abbilde und dadurch Originalität, Besonderheit und echte Emotion verloren gehen könnten.
„Aus meiner Sicht ist die große Gefahr, dass KI natürlich statistische Durchschnittswerte abbildet und dass man auf die Weise an Originalität und Besonderheit verliert und sicherlich auch an echter Emotion.“
Antje Valentin, Generalsekretärin des Deutschen Musikrats, hält die Kennzeichnung vor allem zum Schutz der Künstler für sinnvoll. Sie kritisiert jedoch, dass Songtexte oder Kompositionen nicht gekennzeichnet werden müssen.
Valentin sieht KI zugleich als Herausforderung und als kreatives Werkzeug. Besonders bei Hintergrund- und Werbemusik werde KI zunehmend eingesetzt. Die Systeme könnten Musik nur erzeugen, weil der Input von Millionen Kreativen in sie eingeflossen sei.
„Und die Frechheit dabei ist, dass ja die KI nur deswegen Musik erzeugen kann, weil der Input Millionen Kreativer da hineingeflossen ist.“
Zusammenfassung: Die Musikindustrie plant zwei Logos für KI-generierte und KI-unterstützte Musik. Während die Kennzeichnung Orientierung und Schutz bieten soll, bezweifeln Experten ihre praktische Wirksamkeit und warnen vor dem Verlust von Originalität und echter Emotion.
Deutschlandfunk nennt 75.000 KI-Songs pro Tag
In der Debatte um KI-generierte Bilder und Musik fordert Kulturstaatsminister Weimer laut Deutschlandfunk erneut rechtlich einforderbare Urheberrechte. Diese müssten auch bei KI durchsetzbar sein und bezahlt werden.
Der Deutschlandfunk nennt in diesem Zusammenhang die Zahl von 75.000 KI-Songs pro Tag. Die Zahl verweist auf das Ausmass der automatisierten Musikproduktion und unterstreicht die Bedeutung der Diskussion über Transparenz, Rechte und Vergütung.
Zusammenfassung: Nach Angaben des Deutschlandfunks entstehen 75.000 KI-Songs pro Tag. Weimer fordert, dass Urheberrechte auch bei diesen Anwendungen rechtlich einforderbar und vergütbar bleiben.
Quellen:
- Die KI-Verschuldung nimmt absurde Ausmasse an
- Weltkonferenz für Künstliche Intelligenz in Shanghai
- Filmproduktion mit KI : Die Frau, die Blockbuster programmieren will
- Weimer: "Auch bei KI müssen Urheberrechte rechtlich einforderbar sein"
- "Absolut nutzlos": Kennzeichung von KI-Songs geht laut Experten am eigentlichen Problem vorbei
- Künstliche Intelligenz - Weimer: "Urheberrechte müssen auch bei KI rechtlich einforderbar sein"