KI im Wandel: Open Source, Behörden, Autos und neue Risiken

KI im Wandel: Open Source, Behörden, Autos und neue Risiken

Autor: Provimedia GmbH

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Kategorie: KI-News

Zusammenfassung: Mozilla sieht Open-Source-KI technologisch fast auf Augenhöhe mit proprietären Modellen, während Thüringen ihren Einsatz mit F13 vorbereitet.

Open-Source-KI schließt zu proprietären Modellen auf

Open-Source-KI hat nach Einschätzung von Mozilla einen Wendepunkt erreicht. Laut dem ersten „State of Open Source AI“-Report beträgt der Leistungsabstand zu führenden geschlossenen Modellen auf Basis der LMSYS Chatbot Arena nur noch rund 3,3 Prozentpunkte.

Gleichzeitig sind die Inferenzkosten innerhalb von drei Jahren von rund 20 US-Dollar auf etwa 40 Cent pro Million Token gesunken. Wirtschaftlich profitiert das Open-Source-Ökosystem jedoch bislang kaum: Offene Modelle kommen laut Mozilla auf etwa ein Drittel der realen KI-Nutzung, erzielen aber lediglich rund vier Prozent der Umsätze.

Der Bericht basiert auf einer eigenen Analyse sowie einer weltweiten Umfrage unter mehr als 950 Entwicklern, die Mozilla gemeinsam mit SlashData durchgeführt hat. Nach den Umfragedaten setzen 79 Prozent der Befragten offene KI-Modelle ein, produktiv eingeführt wurden sie aber nur von 51 Prozent; bei proprietären Modellen beträgt dieser Anteil 63 Prozent.

Mozilla sieht die Ursachen für diese Lücke vor allem bei fehlender Infrastruktur, unzureichenden Werkzeugen für den produktiven Betrieb, mangelnder Standardisierung und fehlendem Enterprise-Support. Als häufigste Hürden nennen die Befragten Infrastruktur- und Rechenkosten, Sicherheits- und Compliance-Anforderungen sowie den Aufwand für Betrieb und Skalierung.

In Bereichen wie Programmierung, allgemeinem Wissen und dem Befolgen von Anweisungen haben offene Modelle laut der Auswertung weitgehend zu proprietären Systemen aufgeschlossen. Geschlossene Modelle behalten Vorteile bei komplexen Reasoning-Aufgaben, langen Kontextfenstern und agentischen Anwendungen.

Regional sieht Mozilla Ostasien und insbesondere China bei der Einführung offener KI-Modelle vorn. Im Bericht heißt es, dass 2024 zwölf neue nationale KI-Strategien verabschiedet wurden und inzwischen 47 Staaten Einschränkungen für die Verarbeitung kritischer Daten im Ausland eingeführt hätten.

Eine zentrale Rolle spielt laut Mozilla künftig die sogenannte agentische Steuerungsschicht. Sie legt fest, auf welche Daten ein KI-Agent zugreifen darf, welche Werkzeuge er verwendet, welche Informationen er dauerhaft speichert und welche Aktionen er selbstständig ausführen kann.

Der Report warnt zudem vor Sicherheits- und Governance-Problemen. Nutzer würden Anfragen von KI-Agenten in bis zu 93 Prozent der Fälle standardmäßig bestätigen, was Mozilla als Anzeichen für eine zunehmende „Consent Fatigue“ wertet.

  • Open-Source-KI erreicht laut Mozilla einen Leistungsabstand von rund 3,3 Prozentpunkten zu führenden geschlossenen Modellen.
  • Die Inferenzkosten sanken innerhalb von drei Jahren von rund 20 US-Dollar auf etwa 40 Cent pro Million Token.
  • Mozilla fordert unter anderem ein offenes Agentic Harness und portable Berechtigungsstandards.

Infobox – Quelle: heise online: Offene KI-Modelle sind technologisch näher an proprietären Angeboten, werden aber seltener produktiv eingesetzt und erzielen bislang deutlich weniger Umsatz.

Sechs Berufstätige berichten über den KI-Einsatz im Arbeitsalltag

Die Süddeutsche Zeitung beschreibt, wie künstliche Intelligenz konkrete Arbeitsabläufe verändert. Eine Regisseurin, ein Zimmerer, eine Programmiererin, ein Arzt, eine Servicetechnikerin und eine Historikerin erzählen, wie sie die Technologie in ihren Berufen einsetzen.

Im Mittelpunkt stehen nicht abstrakte Zukunftsszenarien, sondern Erfahrungen aus dem beruflichen Alltag. Die Beispiele zeigen, wie KI je nach Tätigkeit für Recherche, Unterstützung, Planung oder die Bearbeitung wiederkehrender Aufgaben genutzt wird.

Der Artikel fragt, was KI im Job konkret bringt und wie menschliche Arbeit und künstliche Intelligenz zusammenpassen. Dabei wird der Einsatz der Technologie aus unterschiedlichen beruflichen Perspektiven betrachtet.

Infobox – Quelle: SZ.de: Sechs Menschen aus unterschiedlichen Berufen berichten über ihre persönlichen Erfahrungen mit künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag.

Thüringen bereitet den Einsatz des KI-Assistenten F13 vor

In Thüringer Behörden soll ab Herbst mit dem KI-Assistenten F13 gearbeitet werden können. Die Anwendung soll unter anderem Formulierungshilfen für Behördenschreiben liefern, Zusammenfassungen erstellen und bei der Recherche unterstützen.

F13 ist eine souveräne, modellunabhängige Open-Source-KI. Entwickelt wurde sie vom Land Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Saarland und Thüringen; der Quellcode ist öffentlich zugänglich und einsehbar.

Die Funktionen sind laut MDR in drei Rubriken geordnet: Chat, Recherche und Zusammenfassung. F13 befindet sich noch in der Testphase, hat keinen Internet-Zugang und bezieht sein Wissen aus einem klar definierten Behörden-Archiv.

Ausgewählte Mitarbeiter in verschiedenen Ministerien können die landeseigene KI bereits testen. Sie lassen sich Zusammenfassungen zu bestimmten Vorgängen oder Formulierungshilfen für Behördenschreiben entwerfen oder nutzen F13 für Recherchen.

Die Kontrolle soll beim Menschen bleiben. Staatssekretärin Milen Starke betont, dass grundsätzlich alle Ergebnisse aus der KI nachgeprüft werden müssten; dieses Verfahren wird als „Human Loop“ bezeichnet.

Der Einsatz ist in einer KI-Verordnung festgehalten, die derzeit den Status einer Muster-Dienstanweisung und damit einer Handlungsempfehlung ohne bindenden Charakter hat. Zu den vorgesehenen Punkten gehören die Kennzeichnung des KI-Einsatzes, die Wahrung des Urheberrechts und das Verbot, Daten aus dem behördlichen Alltag zum Training der KI zu verwenden.

Für die Entwicklung seien Thüringen keine zusätzlichen Gelder entstanden. Investitionen würden erst erforderlich, wenn F13 allen Verwaltungsmitarbeitern zur Verfügung steht; dann seien neue Rechner und Server notwendig.

Bislang nutzt F13 einen Server, der für die Tests ausreicht. Für den späteren breiteren Einsatz soll außerdem ein Kompetenzzentrum entstehen, das Mitarbeiter schult und weitere Anwendungen oder neue KI-Systeme für die Verwaltung erforscht.

AspektAngabe
Geplanter Startab Herbst
FunktionenChat, Recherche und Zusammenfassung
Testbetriebein Server
KontrolleHuman Loop

Infobox – Quelle: MDR.de: Thüringen will F13 ab Herbst schrittweise in Behörden ausrollen. Die Ergebnisse müssen überprüft und der KI-Einsatz kenntlich gemacht werden.

Apple wirft OpenAI den Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen vor

Apple hat OpenAI wegen des Vorwurfs des systematischen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen verklagt. Im Zentrum steht laut FAZ ein ehemaliger Apple-Manager, der für den KI-Konzern das erste Gerät entwickeln soll.

Der Rechtsstreit wird als Teil eines größeren Wettbewerbs um ein Gerät nach dem iPhone eingeordnet. Apple und OpenAI stehen dabei im Spannungsfeld zwischen der Entwicklung neuer KI-Hardware und dem Schutz unternehmensinterner Informationen.

Die FAZ führt den Vorgang unter dem Titel „Apple versus Open AI: Der Kampf um das Gerät nach dem iPhone“. Weitere Angaben zum konkreten Inhalt der Klage enthält der vorliegende Quelltext nicht.

Infobox – Quelle: FAZ: Apple wirft OpenAI systematischen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen vor. Der Streit betrifft einen ehemaligen Apple-Manager und die Entwicklung eines neuen KI-Geräts.

KI verändert Fahrzeuge, Gebrauchtwagenmarkt und Autoankauf

Die Automobilindustrie befindet sich laut Handelsblatt in einem grundlegenden technologischen Wandel. Fahrzeuge entwickeln sich zunehmend zu vernetzten Hochleistungscomputern auf Rädern, deren Fähigkeiten nicht mehr allein durch mechanische Komponenten bestimmt werden.

Software, künstliche Intelligenz, Sensorik und digitale Vernetzung gewinnen an Bedeutung. Hersteller investieren in intelligente Softwaresysteme, automatisierte Produktionsprozesse und KI-gestützte Assistenzsysteme, während Kunden neben Motorleistung und Kraftstoffverbrauch zunehmend auf digitale Funktionen, Software-Updates, intelligente Navigation und Sicherheitsassistenten achten.

KI wird entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingesetzt. Während der Entwicklung analysieren Algorithmen Millionen von Datensätzen, simulieren Fahrzeugkonzepte, vergleichen Materialien und optimieren aerodynamische Eigenschaften. In der Produktion prüfen Kameras mit intelligenter Bilderkennung Karosserien, Schweißnähte und Materialabweichungen in Echtzeit.

Der Begriff „Software-Defined Vehicle“ beschreibt Fahrzeuge, deren wichtigste Funktionen durch Software gesteuert und nachträglich erweitert werden können. Over-the-Air-Updates ermöglichen Verbesserungen bei Assistenzsystemen, Batteriesteuerung, Navigation und Sicherheitsfunktionen, ohne dass zwingend ein Werkstattbesuch notwendig ist.

Fahrzeuge erfassen unter anderem Fahrverhalten, Bremsvorgänge, Reifendruck, Batteriezustand, Motorparameter, Außentemperaturen, Verkehrsfluss, Kamerabilder, GPS-Daten und Ladezustände bei Elektrofahrzeugen. Diese Daten helfen bei der Wartungsplanung und ermöglichen Predictive Maintenance.

Auch die Verkehrssicherheit soll durch KI verbessert werden. Systeme erkennen unter anderem plötzlich bremsende Fahrzeuge, querende Fußgänger, Radfahrer, Wildwechsel, Stauenden, Spurabweichungen, Gegenverkehr und schlechte Sichtverhältnisse.

Im Gebrauchtwagenmarkt analysiert KI digitale Fahrzeughistorien, Diagnosedaten, Marktpreise, regionale Nachfrage, Ausstattungsvarianten und Laufleistungen. Bei der Bilderkennung können Lackschäden, Dellen, Kratzer, Roststellen, Steinschläge, beschädigte Felgen, fehlende Fahrzeugteile, Glasbeschädigungen und Karosserieverformungen erkannt werden.

Die automatische Analyse unterstützt die Bewertung, ersetzt laut Handelsblatt aber weiterhin nicht die abschließende technische Prüfung durch qualifizierte Fachkräfte. Digitale Plattformen übernehmen zunehmend die Fahrzeugbewertung, Preisermittlung und Vorbereitung der Kaufabwicklung.

KI-Systeme beobachten außerdem Verkaufszahlen, Nachfrageentwicklungen, regionale Preisunterschiede, saisonale Schwankungen, Kraftstoffpreise, wirtschaftliche Kennzahlen, Modelltrends sowie Import- und Exportbewegungen. Händler sollen dadurch Marktveränderungen früher erkennen und ihre Einkaufsplanung verbessern können.

Mit der zunehmenden Vernetzung steigen zugleich die Anforderungen an die Cybersecurity. Genannt werden verschlüsselte Datenübertragung, sichere Softwarearchitekturen, mehrstufige Authentifizierung, kontinuierliche Sicherheitsupdates und Angriffserkennung in Echtzeit.

Der Artikel betont, dass menschliche Fachkompetenz weiterhin wichtig bleibt. KI kann große Datenmengen analysieren und Routineaufgaben übernehmen, ersetzt aber nicht Erfahrung, Verantwortungsbewusstsein und persönliche Beratung.

  • KI unterstützt Fahrzeugentwicklung, Produktion, Wartung und Bewertung.
  • Over-the-Air-Updates können Fahrzeugfunktionen nach der Auslieferung weiterentwickeln.
  • Digitale Diagnosedaten und Bilderkennung verändern den Gebrauchtwagenmarkt.
  • Cybersecurity und Datenschutz gewinnen mit der Vernetzung an Bedeutung.
  • Fachkräfte bleiben für technische Prüfungen und komplexe Entscheidungen erforderlich.

Infobox – Quelle: Handelsblatt: KI wird im Automobilsektor von der Entwicklung über die Produktion bis zum Autoankauf eingesetzt. Fahrzeuge, Werkstätten und Handelsprozesse werden datengetriebener, während menschliche Fachkompetenz weiterhin eine zentrale Rolle behält.

Quellen: