KI verändert Geldanlage, Arbeit, Kreativbranche und Softwaremarkt erheblich

KI verändert Geldanlage, Arbeit, Kreativbranche und Softwaremarkt erheblich

Autor: Provimedia GmbH

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Kategorie: KI-News

Zusammenfassung: KI bietet schnelle Informationen und verändert Arbeit sowie Kreativwirtschaft, birgt aber erhebliche Risiken für Rendite, Beschäftigung und gesellschaftliche Teilhabe.

Geldanlage mit KI: Schnelle Informationen, aber erhebliche Risiken

Künstliche Intelligenz kann Anlegerinnen und Anlegern laut ntv.de einen schnellen Überblick über ETFs, Rendite-Risiko-Zusammenhänge und den langfristigen Vermögensaufbau geben. Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg betont jedoch, dass KI vor allem zur Erklärung grundlegender Konzepte hilfreich sein könne.

Ein möglicher Vorteil liegt in niedrigeren Beratungskosten. Yann Stoffel von der Stiftung Warentest erklärt, eine zuverlässig arbeitende KI könne bei der Strukturierung eines Depots eine große Konkurrenz für Bankberater sein, weil Anlegerinnen und Anleger Beratungskosten sparen könnten.

KI wird im Finanzsektor bereits eingesetzt. Sie prüft verdächtige Kontobewegungen, bewertet Kreditwürdigkeit, automatisiert Transaktionen und ist in Robo-Advisory-Lösungen sowie digitalen Analyse- und Beratungstools integriert. Robo-Advisor berücksichtigen Risikoprofil, Anlageziele und aktuelle Marktdaten, um eine Anlagestrategie zu bestimmen und zu überwachen.

Bei KI-Fonds fällt die Bilanz laut Stiftung Warentest jedoch ernüchternd aus: Über ein Drittel der beobachteten KI-Fonds wurde bereits wieder aufgelöst. Manche Fonds schlugen ihren Vergleichsindex, andere nicht; Vorteile gegenüber herkömmlichen Fonds seien aktuell nicht erkennbar.

Als zentrales Problem nennt der Bericht die Unzuverlässigkeit von KI-Antworten. Nutzer müssten mit fachlichen Fehlern, verkürzten Darstellungen und falschen Quellenangaben rechnen. Zudem könnten sich Bewertungen je nach Kontext oder kritischer Rückfrage um 180 Grad drehen.

Auch unpräzise Fragen bergen Risiken. Wer wissen möchte, wie sich kurzfristig mit Aktienhandel Geld verdienen lässt, könne Hinweise auf technische Analyse erhalten, obwohl diese laut Nauhauser wissenschaftlich keine belastbare Prognosekraft habe. KI spiegele dann eher verbreitete Markterzählungen als gesicherte Erkenntnisse.

Weitere Risiken entstehen durch mögliche Interessenkonflikte zwischen KI-Anbietern und Unternehmen. Für Verbraucher sei nicht transparent, welche Inhalte, Quellen oder Sichtweisen bevorzugt würden. Zudem hafte eine KI nicht für ihre Tipps, während Bankberater oder Robo-Advisor zumindest bei nachweislicher Falschberatung haftbar sein könnten.

Für die Zukunft erwartet Bitkom-Experte Tim Haremsa eine stärkere Automatisierung und Individualisierung der Geldanlage. Wahrscheinlich seien hybride Modelle, bei denen KI-gestützte Systeme eng mit menschlicher Beratung verbunden werden. Der Einsatz von KI im Finanzsektor unterliegt laut Bericht bereits heute Finanzaufsicht, Datenschutz und europäischer KI-Regulierung.

„KI als Werkzeug zur Effizienzsteigerung ist demokratisch. KI als Werkzeug zur Überrendite ist und bleibt exklusiv - und wird es wohl immer sein, weil der Vorteil per Definition verschwindet, sobald er bekannt ist.“

Zusammenfassung: KI kann Informationen verständlich und schnell bereitstellen, ersetzt aber weder eigenes Finanzwissen noch die kritische Prüfung von Quellen und Empfehlungen. Einen verlässlichen Vorteil für höhere Renditen sieht die Stiftung Warentest bei KI-Fonds aktuell nicht.

Arbeitswelt: Menschliche Arbeit könnte zum Luxusgut werden

Business Insider Deutschland spricht mit Lara Sophie Bothur über die Folgen künstlicher Intelligenz für Arbeitsmarkt, Fachkräftemangel und technologische Souveränität Europas. Die als „Global Tech Translator“ bekannte KI-Expertin erwartet, dass KI und humanoide Roboter den Arbeitsalltag verändern werden.

Bothur ist überzeugt, dass Unternehmen jetzt „AI-first“ werden müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die Frage, welche Berufe durch KI verschwinden oder sich grundlegend verändern könnten.

Die Expertin verweist auf die enge Verbindung von KI und Robotik. Ihrer Einschätzung nach könnten Unternehmen mithilfe dieser Technologien Arbeitsabläufe stärker automatisieren. Dadurch werde sich auch die Bedeutung menschlicher Arbeit verändern.

Als zentrale Herausforderung nennt Bothur die Anpassung von Unternehmen und Beschäftigten. Der Einsatz von KI könne Effizienz steigern, zugleich müssten Menschen neue Kompetenzen entwickeln, um mit den veränderten Anforderungen Schritt zu halten.

Der Bericht ordnet die Aussagen in eine Debatte über Arbeitsmarkt, Automatisierung, Digitalisierung und KI-Kompetenz ein. Dabei wird insbesondere die Frage aufgeworfen, wie sich der Fachkräftemangel und Europas technologische Souveränität unter dem Einfluss künstlicher Intelligenz entwickeln.

Zusammenfassung: Laut Business Insider Deutschland wird KI den Arbeitsalltag und zahlreiche Berufsbilder grundlegend verändern. Unternehmen sollen sich frühzeitig auf eine „AI-first“-Ausrichtung einstellen, während menschliche Arbeit nach Einschätzung der Expertin künftig einen deutlich höheren Wert erhalten könnte.

Wachsende Ablehnung gegenüber KI und sozialen Netzwerken

Die NZZ – Neue Zürcher Zeitung berichtet über zunehmenden Widerstand gegen künstliche Intelligenz und soziale Netzwerke. Im Juli ruft die Schweizer Aktivistengruppe „Aufstände der Allmende“ zum „Grenzenlosen Widerstand gegen Datenzentren“ auf; die Gruppe richtet sich gegen das Netzwerk der „Tech-Oligarchen“ und schließt Gewalt nicht aus.

Der Humangeograf Thomas Dekeyser erklärt im Gespräch, dass Widerstand gegen Technologie wirtschaftliche, moralische oder philosophische Gründe haben könne. Viele Menschen sorgten sich darum, wie Technologien das Menschsein verändern, etwa durch smarte Brillen oder KI.

Dekeyser bezeichnet die Ablehnung von Technik als „Techno-Negativität“. Historisch sei der Widerstand gegen Maschinen deutlich älter als die Maschinenstürmer des 19. Jahrhunderts. Bereits im antiken Griechenland hätten Denker darüber nachgedacht, ob Maschinen eine Grenze zwischen dem Menschlichen und der übrigen Welt bedrohten.

Besonders kritisch sieht der Forscher soziale Netzwerke und KI. Soziale Netzwerke seien Überwachungs- und Aufmerksamkeitsmaschinen, während KI-Befürworter offen darauf zielten, Menschen zu ersetzen. Als mögliche Folge nennt Dekeyser strukturelle Arbeitslosigkeit.

Gleichzeitig betont er, Technologie sei nicht an sich schlecht. Entscheidend sei, welche Wertesysteme, welche Vorstellung vom Menschen und welche Idee der Welt eine Technologie widerspiegele. Widerstand könne emanzipativ, aber auch reaktionär sein.

Als aktuelles Problem beschreibt Dekeyser ein Demokratiedefizit. KI-Werkzeuge würden mit rasantem Tempo eingeführt, während viele Menschen das Gefühl hätten, kaum Einfluss auf diese Entwicklung zu besitzen. Sabotage sei häufig eine Reaktion auf empfundene Ohnmacht, aber nicht zwangsläufig der Ausgangspunkt politischer Bewegungen.

Der Forscher verweist auf historische Beispiele: Die Ludditen im 19. Jahrhundert wehrten sich gegen Maschinen, von denen sie sich verdrängt fühlten. Die Bewegung gewann Unterstützung in der Bevölkerung und eskalierte so stark, dass die britische Armee entsandt wurde; Menschen wurden getötet.

Auch die französische Gruppe Clodo steht laut Interview für technologischen Widerstand. Das „Comité Liquidant ou Détournant les Ordinateurs“ verübte in Südfrankreich in den 1980er Jahren Anschläge auf IT-Firmen. Dekeyser stieß auf die Gruppe und begann daraufhin, die Geschichte des Widerstands gegen technischen Fortschritt zu untersuchen.

„Soziale Netzwerke als Überwachungs- und Aufmerksamkeitsmaschinen verdienen deutlich mehr Ablehnung, als ihnen derzeit entgegengebracht wird.“

Zusammenfassung: Die NZZ beschreibt wachsende Kritik an KI, sozialen Netzwerken und Datenzentren. Thomas Dekeyser fordert eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Zielen und Menschenbildern hinter Technologien, lehnt Gewalt jedoch ausdrücklich ab.

Kreativwirtschaft: KI verändert Werbung, Fotografie und Filmproduktion

Capital.de berichtet, dass künstliche Intelligenz in der Kreativbranche von einem vielversprechenden Werkzeug zu einer existenziellen Frage geworden ist. Laut einer aktuellen Branchenerhebung haben 58 Prozent der professionellen Fotografen bereits Aufträge an generative KI verloren; die finanziellen Einbußen pro Person stiegen binnen eines Jahres um 142 Prozent.

Illustratoren berichten von Preiseinbrüchen und ausbleibenden Buchcover-Aufträgen. Die Gema warnt, dass Komponisten bis 2028 ein Viertel ihrer Einnahmen verlieren könnten. In der Werbung rechnen Experten damit, dass KI-Videos die Produktionskosten um bis zu 95 Prozent senken werden.

Melanie Scharlau, Deutschland-Chefin der auf KI-Produktionen spezialisierten Studios Umbrella Collective, beschreibt einen hybriden Ansatz als besonders tragfähig. Mensch und Maschine sollten in einem konstruktiven Austausch bleiben, wobei erfahrene Kreative weiterhin eine zentrale Rolle einnehmen.

Bei Fotografen müsse zwischen unterschiedlichen Einsatzbereichen unterschieden werden. Für große Mengen schnell produzierter Social-Media-Beiträge sei KI überlegen und kosteneffizienter. Bei einer Werbekampagne für ein Modelabel brauche es dagegen weiterhin einen Profi mit erfahrenem und unbestechlichem Auge.

„Ein gutes Foto ist meist besser selbst fotografiert als 85-mal gepromptet, bis endlich der Moment sitzt.“

Die Werbewelt werde sich laut Scharlau in zwei Bereiche teilen. Große Markenkampagnen würden weiterhin auf klassisches Handwerk zurückgreifen, während schneller Content größtenteils KI-generiert werde. Eine billige Kampagne, die ihr Ziel nicht erreiche, sei trotzdem die teuerste.

Bei KI-generierten Gesichtern und Models setzt Scharlau auf eine Kennzeichnungspflicht, die in der EU ab dem 2. August greift. Zugleich müsse der gesunde Menschenverstand eingesetzt werden, um künstlich erzeugte Inhalte zu erkennen und einzuordnen.

Die praktische Produktion verändert sich ebenfalls. Bei Umbrella Collective arbeiten Research, Tool-Tests, Bildgenerierung sowie Regie, Kamera, Schnitt und Ausstattung eng zusammen. Prompts werden gemeinsam entwickelt, wodurch ein Produktionsprozess entsteht, der sich deutlich von klassischen Abläufen unterscheidet.

Ein Werbespot für einen Fruchtsaft verdeutlicht laut Bericht die Geschwindigkeit des technologischen Wandels. Obwohl der Großteil KI-generiert war, benötigte das Team Wochen für einheitliche Charaktere und eine konsistente Bildsprache. Eine Szene mit eingeschenktem Getränk musste real gefilmt werden, weil KI Flüssigkeiten noch nicht realistisch simulieren konnte.

Nur eine Woche nach Fertigstellung veröffentlichte Google eine neue Version seines Tools Veo. Damit ließ sich der gesamte Film in drei Stunden neu erstellen, klarer und überzeugender. Ein Produktionsprozess kann laut Scharlau somit kurz nach seiner Fertigstellung bereits überholt sein.

Besorgt zeigt sich die Expertin über den Wegfall von Einstiegsjobs. Kunden produzierten vieles selbst, während kaum noch ausgebildet werde. Da man nur durch häufiges Produzieren besser werde, könne wertvolles Wissen verloren gehen.

Auch die Kostenentwicklung bleibt offen. KI-Tools könnten teurer werden, während Serverausfälle eine erhebliche Belastung darstellten. Motion Designer und 3D-Profis berichteten zudem, dass sie Projekte immer wieder retten müssten und es ohne KI gelegentlich günstiger und schneller gewesen wäre.

Zu den im Interview genannten Werkzeugen gehört Beeble.ai. Das Tool verbindet klassisches Filmen mit generativer KI, tauscht Hintergründe hinter real gefilmten Personen aus und fügt zusätzliche Bildebenen hinzu. Scharlau nennt außerdem ChatGPT als unverzichtbar für ihre tägliche Organisation, unter anderem zum Übersetzen diktierter Projektanmerkungen.

Zusammenfassung: KI senkt Produktionskosten und beschleunigt kreative Prozesse, verschärft aber den Druck auf Fotografen, Illustratoren, Komponisten und Nachwuchskräfte. Capital.de beschreibt deshalb eine Kreativwirtschaft, in der technologische Kompetenz, Erfahrung, ein gutes Auge und menschliche Kontrolle gleichzeitig an Bedeutung gewinnen.

Software-Aktien: Hoffnung auf ein Comeback nach Kursverlusten

T-Online berichtet über eine mögliche Neubewertung von Software-Aktien wie Adobe, SAP und Nemetschek. Viele Anleger hatten deren Geschäftsmodelle bereits abgeschrieben, weil die Börse davon ausging, dass künstliche Intelligenz klassische Software überflüssig machen könnte.

Die Kurse verloren laut Bericht innerhalb eines Jahres deutlich: Adobe büßte 43 Prozent ein, SAP 48 Prozent und Nemetschek 56 Prozent. Nun mehren sich jedoch Signale, die diese Einschätzung infrage stellen.

Denis Machuel, Chef des weltweit größten Personaldienstleisters Adecco, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, KI löse keine Job-Apokalypse aus und führe nicht zu einem massiven Stellenabbau. Nvidia-Chef Jensen Huang hält ebenfalls die Annahme für unbegründet, KI-Agenten würden klassische Software überflüssig machen.

Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob die vermeintlichen Verlierer des KI-Booms vor einem Comeback stehen. Stefanie Dyballa, Portfoliomanagerin bei der KSW Vermögensverwaltung, sieht gute Chancen, dass Software-Unternehmen nach den Chipherstellern aufholen.

Ihre Einschätzung lautet, dass KI Software nicht überflüssig mache, sondern deren Nutzen steigere. KI-Agenten benötigen laut dem Bericht Anwendungen, Daten und Prozesse. Leistungsfähige Software könne damit zur Grundlage für den Einsatz künstlicher Intelligenz werden.

UnternehmenKursverlust innerhalb eines Jahres
Adobe43 Prozent
SAP48 Prozent
Nemetschek56 Prozent

Die Entwicklung hängt damit nicht nur von der Frage ab, ob KI Software ersetzt. Ebenso entscheidend ist, ob Software-Anbieter ihre Produkte zu Plattformen für KI-Agenten, Datenverarbeitung und automatisierte Prozesse weiterentwickeln können.

Zusammenfassung: T-Online beschreibt eine mögliche Trendwende bei Software-Aktien. Nach deutlichen Kursverlusten könnten Unternehmen wie Adobe, SAP und Nemetschek profitieren, wenn sich die Einschätzung durchsetzt, dass KI leistungsfähige Software nicht verdrängt, sondern deren Nutzen erhöht.

Quellen: